Was wir von Politik erwarten können

Aus Anlass von Habeck: Drei Thesen zum Thema Anspruchshaltung in der Politik, generiert aus dem „unique selling point“ oder „unique concurrence point“, der mich ausmacht: Schnittpunkt von soziologischer Gesellschaftstheorie und systemischer Therapie. 1. Hans Magnus Enzensberger hat festgestellt, dass das Genre der Politikerbeschimpfung, dessen Ursprung die oppositionelle Rede ist, in der durchgesetzten Demokratie zum „Topos„Was wir von Politik erwarten können“ weiterlesen

Ich, Gott und die Ungerechtigkeit der Welt

„Warum hat Gott mir so viel Geld gegeben?“ Ich glaube nicht an Gott, aber ich habe mehr Geld, als ich brauche. Deshalb bin ich jetzt Teil eines Nord-Süd-Einkommensausgleichs geworden. Es zieht Geld von meinem Konto ab, aber es fühlt sich richtig an. Und das kam so. Ich habe vor ein paar Jahren einen Flüchtling aus„Ich, Gott und die Ungerechtigkeit der Welt“ weiterlesen

Jeder Krieg muss enden

Ich habe aus gegebenem Anlass noch einmal dieses alte, aber gute Buch gelesen: Fred Charles Iklé, Every War Must End, Erstausgabe 1971. Colin Powell hat, als er als General im amerikanisch-irakischen Golfkrieg von 1990/91 Entscheidungen zu treffen hatte, Überlegungen aus diesem Buch herangezogen (siehe Vorwort zur Auflage von 2005). Ich glaube, es wäre gut, wenn„Jeder Krieg muss enden“ weiterlesen

Die Tragik der Zivilisten

Wenn es stimmt, dass russische Soldaten systematisch ukrainische Zivilisten erschossen haben, gibt es zwei mögliche Deutungen für die Logik, die dahinter liegt (neben, natürlich, einfach Hass, Frust oder Dummheit von Soldaten). Letztlich laufen aber beide auf dasselbe hinaus, nämlich auf Inklusion. Ich erlaube mir, auf kühle gesellschaftstheoretische Begriffe zurückzugreifen, um diese schrecklichen und immer schrecklicher„Die Tragik der Zivilisten“ weiterlesen

Berufsoptimisten, Berufspessimisten und der Krieg

Im Krieg prallen verschiedene professionelle Sichtweisen aufeinander, unter anderem die Sicht der professionellen Politiker und die Sicht der professionellen Militärs. Beide unterscheiden sich durch ihren berufsbedingten Optimismus bzw. Pessimismus – ein Unterschied, der interessant und folgenreich ist und den ich hier ausführen will. Politiker sind eine Spezies, der es gut ansteht, optimistisch zu denken, mit„Berufsoptimisten, Berufspessimisten und der Krieg“ weiterlesen

Patriotismus – und dann?

Mir ist unwohl bei der Welle des Patriotismus, die derzeit in der Ukraine zu beobachten ist und die Selenskyj meisterhaft, aber möglicherweise tragisch orchestriert. Und noch unwohler ist mir bei dem stellvertretenden Patriotismus und Kriegswillen, der in der westlichen Öffentlichkeit manchmal zu hören ist. Blaugelbe Fahnen in europäischen Städten sind gut, um Putin ein Zeichen„Patriotismus – und dann?“ weiterlesen

Perspektivwechsel

Es gibt ein interessantes Interview mit Noam Chomsky über den Ukrainekrieg (https://www.pressenza.com/de/2022/03/noam-chomskys-blick-auf-die-ukraine/). Chomsky macht das, was Systemiker immer empfehlen: einen radikalen Perspektivwechsel. Er betrachtet das Geschehen radikal aus der Perspektive Russlands, und er zieht hochinteressante Vergleiche zwischen dem Verhalten der USA in früheren Kriegen und dem Verhalten Russlands in diesem Krieg. Man muss nicht alle„Perspektivwechsel“ weiterlesen

Eskalation oder Warum wir Teil des Konflikts sind

Was ist das für eine Dynamik, die jetzt zwischen Russland und dem Rest der Welt in Gang ist? In einem Versuch, das zu verstehen, greife ich auf systemisch-therapeutische Begriffe (I.) und auf systemtheoretisch-soziologische Begriffe (II.) zurück. Diese Denkweise habe ich u.a. von Fritz Simon gelernt (https://www.carl-auer.de/todliche-konflikte) und auch hier schon angewandt: https://familienknatsch.blog/2022/02/25/russland-und-die-nato/. I.  Symmetrische und„Eskalation oder Warum wir Teil des Konflikts sind“ weiterlesen

The End

Wie soll dieser Krieg enden? Das ist eine Frage, die sich die Welt jetzt stellen muss – die Ukrainer, aber auch die westlichen Unterstützer, Entscheider, Ratgeber. Die basale Einsicht hierzu ist (hier könnte ich ungefähr tausend Belegstellen aus der kriegstheoretischen Literatur anführen): Kriege müssen vom Verlierer beendet werden. In so gut wie allen Fällen. Ein„The End“ weiterlesen

Die wahren Helden

Ein großer Fortschritt des 20. Jahrhunderts ist es, dass Krieg vorrangig aus der Perspektive der Zivilisten gesehen wird, also aus der Perspektive der Opfer, die ihn erleiden, nicht der politischen Akteure, die ihn führen. Das Wort „Krieg“ heißt für uns vor allem: Leid, Zerstörung, Tod, Verlust, Angst, Hunger, Elend und Entsetzen. Das war nicht immer„Die wahren Helden“ weiterlesen