Die Fähigkeit zum Unglück

„Die Fähigkeit zum Unglück ist dieselbe wie die zum Glück.“ Dieser wunderbare Satz stammt, soweit ich weiß, von Theodor W. Adorno. (Die Quelle habe ich leider nicht gefunden, wenn jemand sie kennt, bin ich für einen Hinweis dankbar.) Es ist ein wunderbar anachronistischer und irritierender Satz. Zunächst kommt uns ein Satz, in dem Glück und„Die Fähigkeit zum Unglück“ weiterlesen

Kreativität – Wie geht das?

Heute der Abwechslung halber mal was zum menschlichen Denken, genauer zu Kreativität. Was ist Kreativität und wie kommt sie zustande? Nach einer alten kognitionspsychologischen These beruht Kreativität auf der Fähigkeit, möglichst viele Dinge unter möglichst vielfältigen Gesichtspunkten interessant zu finden, anders gesagt: sich selbst beim Interessantfinden von Dingen nicht zu zensieren. Das ist überraschend ähnlich„Kreativität – Wie geht das?“ weiterlesen

„Top Five“ Zitate zur menschlichen Psyche

„Als die Tiere ein größeres Gehirn entwickelten, machten sie an einem bestimmten Punkt der Evolution den Fehler, sich auf das Spiel der Beziehung einzulassen.“   (Gregory Bateson, Steps to an Ecology of Mind, Chicago: Chicago University Press 1972, S. 367, meine Übersetzung) „‘Woher haben sie mich?’ – ‘Wessen bin ich?‘ Das fragt man sich, noch bevor„„Top Five“ Zitate zur menschlichen Psyche“ weiterlesen

Die dunkle Seite des Menschen

Nach dem Runespoor aus einem früheren Beitrag („Kampf mit sich selbst“) möchte ich noch eine weitere Figur aus der Harry-Potter-Welt kommentieren. Diesmal ist meine Lieblingsfigur dran, nämlich der Lehrer Severus Snape, der in Hogwarts das Fach Zaubertränke unterrichtet. Bei seinem ersten Auftreten im Film betritt Snape das Klassenzimmer mit wehendem Mantel und grimmigem Gesicht und„Die dunkle Seite des Menschen“ weiterlesen

Wozu Therapie? (II)

Menschen sind „Blackboxes“ für sich selbst wie für andere, und sie sind ewig unfertige Projekte. Sie kennen sich selbst nur sehr ausschnittweise, und sie haben – wie das Gehirn –immer große ungenutzte Areale, wo sie nicht nur nie sind, sondern auch gar nicht hinwollen. Die Kunst ist, dort hinwollen zu lernen. Warum sollte man das„Wozu Therapie? (II)“ weiterlesen

Wozu Therapie? (I)

Der Mensch ist ein Beziehungswesen, er lebt in und nährt sich von Beziehungen. (S. dazu die letzten beiden Einträge.)  Aber Beziehungsrealitäten sind oft zäh, unhandlich und unzugänglich. Sie sind ein bisschen wie Kaugummi, der an der Schuhsohle klebt – nicht zu sehen, aber unzweifelhaft da, nicht loszuwerden, aber auch nicht richtig anzupacken. Sich einem Kontext„Wozu Therapie? (I)“ weiterlesen

Kampf mit sich selbst

Im Harry-Potter-Universum gibt es eine Schlange namens Runespoor, die drei Köpfe hat, von denen der erste Vorschläge macht, die der zweite dann kritisiert. (Der dritte Kopf träumt tagelang vor sich hin.) In dieser magischen Figur steckt viel psychologische Weisheit. Denn auch Menschen können viel Zeit und Kraft im Kampf mit sich selbst vertun. In Psychologensprache„Kampf mit sich selbst“ weiterlesen

Der Mensch als Beziehungswesen (II)

Es gibt eine alte These von Gregory Bateson, wonach die Sprache der Tiere von Anfang an eine Beziehungssprache ist, während die Sprache der Menschen in erster Linie eine Sprache der Sachwelt ist und die Beziehungsdimension nur am Rande mitbedient. Wenn Tiere kommunizieren – so Bateson –, „sagen“ sie einander vor allem Dinge über Beziehungen und„Der Mensch als Beziehungswesen (II)“ weiterlesen

Der Mensch als Beziehungswesen (I)

Der größte Fortschritt der Psychologie seit Freud liegt darin, dass der Mensch nicht mehr als Triebwesen, sondern als Beziehungswesen gesehen wird. Für Freud war der Mensch ein Triebwesen, gewissermaßen ein „Tier plus“ – ein Triebwesen plus Moral, plus Verbote, plus Gewissen, mit all den Komplikationen und Verbiegungen, die sich daraus ergeben. Die meisten heutigen Psychologen„Der Mensch als Beziehungswesen (I)“ weiterlesen