Let’s talk about … Beziehungstalk

Wenn man der modernen Gesellschaft ein Erkenntniszeichen geben müsste, das man ihr aufs T-Shirt drucken kann, müsste es eine exponentielle Wachstumskurve sein. Alles in unserer Gesellschaft wächst in den Himmel, alles erlebt ein explosionsartiges Wachstum, das die verfügbaren Dinge, Informationen, Komplexitäten seit, sagen wir: dem Mittelalter um den Faktor 100 oder 1000 vermehrt hat. Das„Let’s talk about … Beziehungstalk“ weiterlesen

Was treibt uns zur Liebe?

Romantische Liebe, wie wir sie kennen – mit starken Gefühlen, Hormonen, Ekstasen – ist ein Produkt der modernen Gesellschaft und nicht ein natürliches Merkmal des Menschseins. Das wurde in den ersten drei Beiträgen dieser Rubrik gezeigt („Liebe als Erfindung der modernen Gesellschaft“). Wenn und soweit man das glaubt, ergibt sich daraus die weitere Frage: Warum„Was treibt uns zur Liebe?“ weiterlesen

Die dunkle Seite des Menschen

Nach dem Runespoor aus einem früheren Beitrag („Kampf mit sich selbst“) möchte ich noch eine weitere Figur aus der Harry-Potter-Welt kommentieren. Diesmal ist meine Lieblingsfigur dran, nämlich der Lehrer Severus Snape, der in Hogwarts das Fach Zaubertränke unterrichtet. Bei seinem ersten Auftreten im Film betritt Snape das Klassenzimmer mit wehendem Mantel und grimmigem Gesicht und„Die dunkle Seite des Menschen“ weiterlesen

Beliebte Haltungen in Paarbeziehungen (III)

Wer seine katholische oder historische Bildung beisammen hat, wird sich an den Gang nach Canossa erinnern: Ein König pilgert zum Papst, wirft sich auf die Knie und leistet Abbitte, für was auch immer. Da Paarbeziehungen inzwischen der Religion in Sachen Lebensrelevanz und Emotionalität den Rang abgelaufen haben, finden wir solche Gesten mittlerweile öfter zwischen Partnern„Beliebte Haltungen in Paarbeziehungen (III)“ weiterlesen

Beliebte Haltungen in Paarbeziehungen (II)

Rationalität, Verstand oder Vernunft, gilt gemeinhin als etwas Gutes. Das Abendland ist seit zweitausend Jahren und die moderne Gesellschaft seit zweihundert Jahren stolz darauf, „rational“ zu sein, das Denken, Argumentieren und Beweisen nach oben zu treiben. Aber in Paarbeziehungen hat Rationalität auch ihre Gefahren. Sie wird leicht zur Rationalisierung, zur Tarnschicht über dem trügerischen Gelände„Beliebte Haltungen in Paarbeziehungen (II)“ weiterlesen

Beliebte Haltungen in Paarbeziehungen (I)

Wenn wir versuchen, eine Beziehung zu reparieren, arbeiten wir oft mit den falschen Werkzeugen. Wir sind dann wie ein Automechaniker, der den Motor mit der Kettensäge zu reparieren versucht oder mit dem Großen Brockhaus.  Es ist etwa ein häufiges Muster, dass, wenn die Beziehung zu knirschen anfängt, die Partner sich gegenseitig Vorwürfe, Anklagen und Beschuldigungen„Beliebte Haltungen in Paarbeziehungen (I)“ weiterlesen

Wozu Therapie? (II)

Menschen sind „Blackboxes“ für sich selbst wie für andere, und sie sind ewig unfertige Projekte. Sie kennen sich selbst nur sehr ausschnittweise, und sie haben – wie das Gehirn –immer große ungenutzte Areale, wo sie nicht nur nie sind, sondern auch gar nicht hinwollen. Die Kunst ist, dort hinwollen zu lernen. Warum sollte man das„Wozu Therapie? (II)“ weiterlesen

Wozu Therapie? (I)

Der Mensch ist ein Beziehungswesen, er lebt in und nährt sich von Beziehungen. (S. dazu die letzten beiden Einträge.)  Aber Beziehungsrealitäten sind oft zäh, unhandlich und unzugänglich. Sie sind ein bisschen wie Kaugummi, der an der Schuhsohle klebt – nicht zu sehen, aber unzweifelhaft da, nicht loszuwerden, aber auch nicht richtig anzupacken. Sich einem Kontext„Wozu Therapie? (I)“ weiterlesen

Kampf mit sich selbst

Im Harry-Potter-Universum gibt es eine Schlange namens Runespoor, die drei Köpfe hat, von denen der erste Vorschläge macht, die der zweite dann kritisiert. (Der dritte Kopf träumt tagelang vor sich hin.) In dieser magischen Figur steckt viel psychologische Weisheit. Denn auch Menschen können viel Zeit und Kraft im Kampf mit sich selbst vertun. In Psychologensprache„Kampf mit sich selbst“ weiterlesen

Der Mensch als Beziehungswesen (II)

Es gibt eine alte These von Gregory Bateson, wonach die Sprache der Tiere von Anfang an eine Beziehungssprache ist, während die Sprache der Menschen in erster Linie eine Sprache der Sachwelt ist und die Beziehungsdimension nur am Rande mitbedient. Wenn Tiere kommunizieren – so Bateson –, „sagen“ sie einander vor allem Dinge über Beziehungen und„Der Mensch als Beziehungswesen (II)“ weiterlesen