Kampf mit sich selbst

Im Harry-Potter-Universum gibt es eine Schlange namens Runespoor, die drei Köpfe hat, von denen der erste Vorschläge macht, die der zweite dann kritisiert. (Der dritte Kopf träumt tagelang vor sich hin.) In dieser magischen Figur steckt viel psychologische Weisheit. Denn auch Menschen können viel Zeit und Kraft im Kampf mit sich selbst vertun. In Psychologensprache„Kampf mit sich selbst“ weiterlesen

Der Mensch als Beziehungswesen (II)

Es gibt eine alte These von Gregory Bateson, wonach die Sprache der Tiere von Anfang an eine Beziehungssprache ist, während die Sprache der Menschen in erster Linie eine Sprache der Sachwelt ist und die Beziehungsdimension nur am Rande mitbedient. Wenn Tiere kommunizieren – so Bateson –, „sagen“ sie einander vor allem Dinge über Beziehungen und„Der Mensch als Beziehungswesen (II)“ weiterlesen

Der Mensch als Beziehungswesen (I)

Der größte Fortschritt der Psychologie seit Freud liegt darin, dass der Mensch nicht mehr als Triebwesen, sondern als Beziehungswesen gesehen wird. Für Freud war der Mensch ein Triebwesen, gewissermaßen ein „Tier plus“ – ein Triebwesen plus Moral, plus Verbote, plus Gewissen, mit all den Komplikationen und Verbiegungen, die sich daraus ergeben. Die meisten heutigen Psychologen„Der Mensch als Beziehungswesen (I)“ weiterlesen

Die Lust an der Aggression

Es ist Ostern, die Blumen blühen, die Vögel zwitschern, und die glückliche Familie sitzt harmonisch am Frühstückstisch. Das ist das Bild von Familie, das wir alle im Kopf haben – und zwar nicht nur für Ostern, sondern auch für Weihnachten, Adventssonntage und alle anderen jedenfalls Wochenendtage. Und manchmal ist es ja auch so. Mit Betonung„Die Lust an der Aggression“ weiterlesen

Der Mut zum Durchhängen

Während des ersten Lockdown vor einem Jahr, mit kompletten Schulschließungen und noch unterentwickelter Online-Beschulung,  war in den Parkrändern und Böschungsstreifen unserer Städte ein interessantes Phänomen zu beobachten. Überall schossen kleine selbstgebaute Hütten und Tipis in die Höhe. Kinder und teilweise auch Eltern eigneten sich diese sonst unbeachteten Brachflächen an und verwandelten sie in eine Oase„Der Mut zum Durchhängen“ weiterlesen

Das Recht auf Unglücklichsein

Was tun wir, wenn das Kind keine Lust zum Zähneputzen hat und lautstark dagegen protes­tiert? Wir haben mehrere Möglichkeiten: (1) Wir lassen es schreien und putzen ihm dabei die Zähne. (2) Wir bieten ihm allerlei Bespaßungen und Ablenkungen an, zeigen ihm das lustige Krokodil auf der Zahnpastatube und erinnern es an das Krokodil, das es„Das Recht auf Unglücklichsein“ weiterlesen

Liebe als Erfindung der modernen Gesellschaft (III)

Wenn ich meinen Studenten erkläre, dass romantische Liebe erst mit der modernen Gesellschaft aufgekommen ist und die Menschen in früheren Gesellschaften nicht auf die Idee gekommen wären, sich zu verlieben, herrscht immer große Ungläubigkeit und Skepsis. Die meisten sind überzeugt, dass Liebe und Sich-Verlieben etwas Uraltes und Urmenschliches ist. Glücklicherweise kann ich immer genug historische„Liebe als Erfindung der modernen Gesellschaft (III)“ weiterlesen

Liebe als Erfindung der modernen Gesellschaft (II)

Romantische Liebe kommt in ungefähr jedem Film, jeder Serie, jedem Roman vor. Kaum ein Regisseur lässt sich die Chance entgehen, durch den Einbau einer romantischen Begegnung und eines unter Schwierigkeiten sich annähernden Paares seinem Streifen Reiz und Rührung zu verleihen. Es ist ein ziemlich ausgelutschtes und doch immer wieder wirksames Skript. Es ist aber noch„Liebe als Erfindung der modernen Gesellschaft (II)“ weiterlesen

Liebe als Erfindung der modernen Gesellschaft (I)

Dass wir uns verlieben, scheint uns die natürlichste Sache der Welt zu sein. Die Menschen haben sich sicher immer schon verliebt, diese Erfahrung ist allen Menschen gemeinsam, und es passiert denn ja auch ganz von selbst, wenn wir dem Richtigen oder der Richtigen begegnen. So denken wir spontan über das Verliebtsein, wenn wir überhaupt je„Liebe als Erfindung der modernen Gesellschaft (I)“ weiterlesen

Warum die rosa Phase endet (II)

Der letzte Eintrag hat erklärt, dass die Phase der Verliebtheit endet, weil Verträge gebrochen werden und wir das nicht kriegen, was wir uns erhofft haben. Das war das Modell der Verträge und Vertragsbrüche. Es gibt aber noch ein anderes, in gewisser Weise entgegengesetztes, aber erstaunlicherweise nicht einmal inkompatibles Modell, wonach wir in der Beziehung sehr„Warum die rosa Phase endet (II)“ weiterlesen